Feld 02 · Lokale KI
KI im Betrieb: was sie kann, was sie kostet, wo sie aufhört.
Die meisten Betriebe stehen inzwischen an einem von zwei Punkten. Entweder benutzen die Mitarbeitenden längst ChatGPT, ohne dass jemand geregelt hätte, welche Daten dort hineingehören. Oder es soll etwas mit KI gemacht werden, und niemand weiß, wo man anfängt.
Ich arbeite an beidem. Ohne Zukunftsversprechen, ohne Werkzeugempfehlungen, an denen ich mitverdiene, und mit einem Teil, den in diesem Feld selten jemand liefert: den Grenzen.
Warum das gerade jetzt ansteht
Artikel 4 der EU-KI-Verordnung verpflichtet seit Februar 2025 jedes Unternehmen, das KI-Systeme einsetzt, für ausreichende KI-Kompetenz der damit arbeitenden Personen zu sorgen. Seit dem 2. August 2026 überwachen die Marktüberwachungsbehörden die Einhaltung.
Betroffen ist nicht nur, wer KI entwickelt. Betroffen ist jedes Unternehmen, das ein KI-System einsetzt, also auch der Betrieb, in dem jemand Angebotstexte mit ChatGPT schreibt.
Richtigstellung
Was Sie von anderer Seite hören werden, und was davon stimmt
Es kursieren Zahlen von Bußgeldern bis 35 Millionen Euro. Für fehlende Schulung trifft das nicht zu. Artikel 4 ist eine Bemühenspflicht ohne eigene Bußgeldnorm.
Was tatsächlich passiert, wenn Sie nichts tun: Entsteht durch unbedachten KI-Einsatz ein Schaden — ein fehlerhafter Vertragstext, ein Datenabfluss über einen Prompt, eine Fehlentscheidung im Bewerbungsverfahren — dann steht die Frage im Raum, ob Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind. Das ist der reale Hebel, nicht das Bußgeld.
Der Aufwand ist überschaubar. Für gelegentliche Anwender genügt in der Regel Grundlagenwissen zu Funktionsweise, Grenzen, Halluzinationen und Datenschutz.
Drei Stufen
Das ist ein Weg, keine Produktauswahl. Die meisten Betriebe beginnen bei eins und entscheiden danach, ob zwei und drei sinnvoll sind.
Stufe 01
Orientierung und Schulung
Ein Halbtag oder Tag im Betrieb, mit den Menschen, die es später anwenden sollen.
- Wie diese Systeme tatsächlich funktionieren, in verständlicher Sprache und ohne Metaphern, die mehr verdecken als erklären
- Woran man eine erfundene Antwort erkennt, bevor sie im Angebot steht
- Welche Daten nicht in ein fremdes System gehören, und warum das nicht dasselbe ist wie „nichts Geheimes“
- Konkrete Anwendungsfälle aus Ihrem Betrieb, nicht aus einer Präsentation
- Dokumentation der Schulung für Ihre Unterlagen
Halbtag bis 10 Personen 690 € · Ganztag 1.190 €
Stufe 02
Beratung und Richtlinie
Wenn geklärt ist, was geht, kommt die Frage, was gelten soll.
- Bestandsaufnahme: Welche KI-Werkzeuge werden bei Ihnen bereits verwendet, oft ohne dass die Geschäftsführung davon weiß
- Anwendungsfälle bewerten: Was lohnt sich, was ist Spielerei, was ist gefährlich
- Werkzeugauswahl nach Ihren Anforderungen, nicht nach Bekanntheit
- Eine schriftliche Nutzungsrichtlinie, die Ihre Mitarbeitenden verstehen und anwenden können
- Abgrenzung: Wo Sie eine datenschutzrechtliche Bewertung brauchen und wer sie liefern muss
120 € / Std. · üblicher Rahmen ein bis drei Tage
Stufe 03
Umsetzung auf eigener Hardware
Für Betriebe, deren Daten das Haus nicht verlassen dürfen: Kanzleien, Praxen, Personalabteilungen, Betriebe mit Konstruktionsdaten oder Kundenlisten.
- Sprachmodelle auf Ihrer eigenen Hardware, ohne Anbindung an einen Anbieter
- Zugriff auf Ihre eigenen Dokumente, ohne dass diese hochgeladen werden
- Ihre Daten bleiben in Ihrem Haus — keine vertragliche Zusicherung eines Dienstleisters, sondern eine Eigenschaft des Aufbaus
- Auswahl und Beschaffung der Hardware, Einrichtung, Übergabe, Einweisung
- Vor jedem Angebot steht eine Aufwandsschätzung mit Ober- und Untergrenze
nach Aufwand · Basis 120 € / Std.
Alle Preise als Kleinunternehmer gem. § 19 UStG — es wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Anfahrt innerhalb von 50 km um Singen ist enthalten.
Was ich nicht mache
Ich erstelle keine rechtlichen Bewertungen zur KI-Verordnung und keine Datenschutz-Folgenabschätzungen. Ich sage Ihnen, wo eine solche Bewertung nötig ist und was dafür vorliegen muss. Die Bewertung selbst gehört in anwaltliche Hände oder zu Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Ich verkaufe auch keine Werkzeuge und erhalte keine Vermittlungsprovisionen. Wenn die richtige Antwort ist, dass sich KI in Ihrem Fall nicht lohnt, sage ich das.
Fangen wir mit einer Bestandsaufnahme an.
Schreiben Sie mir, wie viele Mitarbeitende bei Ihnen mit KI arbeiten und womit. Daraus ergibt sich meist von selbst, ob eine Schulung reicht oder mehr nötig ist.